Neujahrsgruß in Vietnam

Tet unterteilt sich in drei Perioden: Tat Nien (die Vorbereitung auf das Fest), Giao Thua (der Vorabend des Festes) und Tan Nien (die Festtage selbst). Wir erlebten die Vorbereitungen bereits in Sapa und Hanoi. Die Straßen und Häuser waren beflaggt und bunt geschmückt.

Auf klapprigen Mopeds wurden mithilfe angsteinflößender Konstruktionen riesige Bäume transportiert, die zu Hause dekoriert wurden. Neben den für dieses Fest üblichen blühenden Pfirsichästen sahen wir aber auch Orangenbäume und allerlei anderes Gewächs. Zu Tet sind dem Kitsch keine Grenzen gesetzt. Hauptsache es ist bunt und blinkt.

Traditionell verbringen die Vietnamesen Tet mit ihren Familien oder besuchen die Tempel.
Chuc Mung Nam MoiDer traditionelle Neujahrsgruß in Vietnam: Chuc Mung Nam Moi! Doch was machen Touristen während dieser Zeit? Wir erkundigten uns bereits in Hanoi, was denn an Tet hier los sei. Feuerwerk? Partys? Irgendwas? Nichts, lautete die niederschmetternde Antwort.

Alles sei geschlossen und jedermann sei bei seiner Sippe. Man empfahl uns, Hanoi an Tet zu meiden und uns in kleinere Orte zu begeben. Gesagt, getan. Am Vorabend brachen wir auf in Richtung Osten zur Halong Bay. Die Widrigkeiten mit unseren Motorrädern sowie Regen und einsetzende Dunkelheit zwangen uns dann dazu, in einem winzigen, namenlosen Dorf kurz hinter Hanoi Station zu machen. Hier also sollten wir den Vorabend des Neujahrsfestes, quasi das vietnamesische Silvester, erleben. Der Erlebnischarakter hielt sich allerdings in Grenzen, gab uns aber einen Vorgeschmack auf das, was uns in den kommenden Tagen erwarten sollte.

Wir fanden auf der einzigen Straße des Ortes ein kleines Hotel, das auf den ersten Blick nicht als solches zu erkennen war. Wir waren hier offenbar die einzigen Gäste. Froh über die Kundschaft wurden wir freundlich empfangen, man winkte uns gleich herein. Und zwar noch bevor wir uns aus dem Sattel schwingen konnten. Also fuhren wir mit den Bikes durch die Rezeption in die Küche, wo wir sie parken sollten. Vielleicht war es aber auch die Garage, in der zugleich gekocht wurde. Wir wissen es nicht genau.

Was uns daheim der Tannenbaum an Weihnachten bei Porzellan Outlet , ist den Vietnamesen ein geschmücktes Mandarinenbäumchen. Was natürlich heim transportiert werden will. Gekocht wurde jedenfalls nicht für uns, was schade war, denn es gibt eine Reihe ziemlich schmackhaft klingender traditioneller Gerichte, die zu Tet bereitet werden. Daher begaben wir uns auf die Straße, um etwas Essbares zu finden.

Wir blickten in beide Richtungen und wähnten uns in einer Geisterstadt des Wilden Westens. Gespenstische Leere, heruntergelassene Rollläden und weit und breit kein Imbiss in Sicht. Wäre nicht ab und zu ein vereinzelter Motorroller die Straße entlang gekommen oder hätte man nicht bei genauerem Hinsehen durch die Türen Menschen in ihren Häusern gesehen, wir wären überzeugt davon, dass dieser Ort gänzlich ausgestorben wäre.

Ein Tag in Angkor

Binnen einer halben Stunde war das Problem aus der Welt geschafft. Ein Streifen Weißblech, den die findigen Mechaniker aus einer Bierdose herausschnitten, sorgte dafür, dass das Ritzel wieder perfekt in die entsprechende Halterung an der Radnabe passte. So einfach und so pragmatisch, da hätte ich auch selbst drauf kommen können. Als ich dann zurück nach Siem Reap fuhr, lief das Rad erstaunlich rund. Doch das tat es am Vortag auch…

Ich traf Jochen wieder, der inzwischen eine richtige Werkstatt aufgetan hatte und wir beschlossen, auf Nummer sicher zu gehen und die Hobel nochmal einer gründlichen Untersuchung unterziehen zu lassen. Wir verabschiedeten uns von der Idee, an diesem Tage noch irgendwo hin zu fahren und quartierten uns für eine weitere Nacht in unserem Guesthouse ein.

Größter Sakralbau der Welt, Weltkulturerbe, manchmal gar achtes Weltwunder, mit Sicherheit unter den Top Ten der meistfotografierten Sehenswürdigkeiten weltweit. Der Angkor Archäologische Park hat viele Titel. Das Wat von Angkor ist nur ein kleiner Teil davon.

Nördlich von Siem Reap, etwa zehn Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, liegt das riesige Areal. Geschätzte 20 Kilometer von Ost nach West, etwa halb so viel von Nord nach Süd, wenn man die diversen Außentempel nicht mitrechnet. In diesem Gebiet findet der Besucher Tempel, Pyramiden und über 1000 Jahre alte, künstlich angelegte Seen, die schon damals als Wasserspeicher für die ganze Region dienten.

So wurden üppige Reisernten ermöglicht und damit der Grundstein der Khmer-Hochkultur gelegt. Die Könige der Khmer begriffen sich als Gottkönige, daher wurde für jeden Herrscher ein eigener Tempel gebaut, der meist auch Mausoleum war. So wurde die Gegend um Angkor über die Jahrhunderte zu einem beispiellosen Komplex von Tempelanlagen ausgebaut, die alle derselben Regelmäßigkeit folgen.

Eine viereckige Grundstruktur symbolisiert die bewohnte Welt. Diese ist umgeben von Bergen, welche durch eine Mauer dargestellt wird. Dahinter kommt das Urmeer, ein Wassergraben. Im Zentrum all dessen ragt Meru über alles. Der Weltenberg. Hier thronen die Götter, hier ragt eine Pyramide mit Fatboy Sitzsack günstig oder ein Turm in die Höhe, hier ist der heiligste Ort der jeweiligen Anlage, die ehemals nur den höchsten Priestern und Königen vorbehalten war.

Dieses Muster wiederholt sich in allen Anlagen Angkors. Es würde zu weit führen das an dieser Stelle en Detail wiederzugeben, doch man kommt nicht umhin, Ehrfurcht zu empfinden, wenn man über das Gelände geht und die Präzision und Detailverliebtheit betrachtet, mit der dieses riesige Areal aufgebaut ist.

Das Wat von Angkor

Alle Bauwerke sind umgeben, mancher Orts sogar durchdrungen, von dichtem Urwald und jeden Tag gespickt mit tausenden von Besuchern. Doch der Komplex ist zu groß, als dass man sich quetschen müsste. Und wenn man ein paar Dinge beachtet, dann kann man manche der Bauten für sich alleine haben.

Die wichtigste Regel lautet: nehmen Sie sich Zeit. Viel Zeit. Wir verbrachten einen ganzen Tag von Sonnenauf- bis -Untergang hier und sahen doch nur einen Bruchteil des Ganzen. Zwei Tage wären besser gewesen, selbst wenn wir nicht mehr Tempel besucht hätten. Man braucht Zeit für Pausen, denn nicht nur die Eindrücke sind kraftraubend. Die Hitze tut ihr Übriges, man kann hier nicht hetzen.

Gehen Sie antizyklisch. Wenn die Besuchergruppen in die Hotels gefahren werden, um sich am Frühstücks-, Mittags- oder Abendbuffet gütlich zu tun, ist die beste Zeit für die großen Tempel. Ta Prohm bietet viel Schatten wegen der großen Bäume, hier ist es also in der Mittagszeit am vollsten. Machen Sie sich einen Plan, mieten Sie sich ein Fahrrad oder ein Tuk Tuk, dann steht dem Erlebnis Angkor nichts mehr im Wege. Zum Sonnenaufgang in Angkor Wat herrscht reger Betrieb.

Das Wat von Angkor ist wohl eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten weltweit. Gemeinsam mit der chinesischen Mauer oder dem Taj Mahal steht es für Asien, für Fernreisen und Abenteuer im Urwald. Angelina Jolie sprang hier als in Stretchfolie gehüllte Lara Croft von Ast zu Ast, nachdem King Louie aus dem Dschungelbuch ihr es einige Jahre zuvor vorgemacht hatte.

Wobei man richtigerweise unterscheiden müsste, denn die Charakterdarstellerin vollführte ihre Kunst in Ta Prohm, während sich der Affenzirkus in der Anlage des Angkor Wat abspielte. Beides sind Teile des riesigen Gebiets, dessen offizieller Name „Angkor Archäologischer Park“ lautet, das aber meistens in Gänze als Angkor Wat bezeichnet wird. Letzteres ziert nicht nur Geldscheine in Kambodscha, sondern auch die Nationalflagge, es ist Symbol für Kambodscha und das ehemals so große Reich der Khmer.

Eine der meistfotografierten Ansichten ist laut Bürostuhl Kaufen in der Welt. Angkor Wat, mit dem davor liegenden See, der das Urmeer symbolisiert. Während die Massen noch davor sitzen und den Sonnenaufgang fotografieren, hat man das Innere ganz für sich.

Die meisten Touren beginnen oder enden hier. Auch wir erlebten den Sonnenaufgang über Angkor Wat. Es war wenig verwunderlich, dass sich bereits eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang an diesem so beliebten Aussichtspunkt hunderte von Besuchern versammelt hatten. Die Geräusche der Auslöser von unzähligen Fotokameras überdeckten alles. Doch natürlich hat das seinen Grund. Spätestens wenn die Sonne aufgeht weiß man, warum man hier nicht alleine ist.