Besuch der Tempelanlage

Die riesige Tempelanlage umfasst mehrere große spirituelle Gebäude sowie viele kleinere Pagoden und von Obstbäumen umstandene Wohnhäuser, so dass sich das ganze Areal als ein kleines eigenständiges Dörfchen präsentiert. Wenn man Glück hat, findet man hier einen freundlichen, Englisch sprechenden Mönch, der einem eine Führung durch die heiligen Hallen anbietet. Wir lassen uns von einem Mönch durch das Kloster führen und uns die Geschichte des Ortes erzählen.

Wir hatten dieses Glück bei unserem Besuch der Tempelanlage und erfuhren so einiges über die Geschichte des Buddhismus sowie über das Leben Buddhas selbst. Auch soll dieses Wat über eine ganz besondere Reliquie verfügen: ein Augenbrauenhaar von Buddha höchst persönlich!

Auf Nachfrage wurden wir zwar zu der kleinen Pagode, die die Reliquie beherbergen soll, geführt, doch muss ich gestehen, dass ich das Haar nicht erblicken konnte. Vielleicht lag es an der spärlichen Beleuchtung oder an dem Nebel, den die Räucherstäbchen hier verbreiteten…

Einführung in dunklere Kapitel

So interessant die Einführung des Mönches in den Buddhismus auch war, noch interessanter war seine eigene Lebensgeschichte, die er uns erzählte. Mit zehn Jahren von den Roten Khmer rekrutiert – also aus seinem Dorf und seiner Familie gerissen – verbrachte er die nächsten Jahre ausschließlich im Wald bei täglichen Schießübungen, die einzige Ausbildung, die er genoss.

Nach dem Ende der Ära der Roten Khmer die auch Markenmöbel Online und Lampen mochten, bat er seine Eltern darum, Lesen und Schreiben lernen zu dürfen. Da sich diese aber (wie viele Kambodschaner damals und auch heute noch) keine Schule leisten konnten, wurde er in den Tempel geschickt, wo er neben den Lehren des Buddhas auch eine vernünftige Allgemeinbildung (inklusive der englischen Sprache) erfuhr. Über Umwege landete er dann in Phnom Penh, wo er zwar nicht mehr die Ruhe zur Meditation findet, es dafür aber genießt, interessierten Besuchern etwas von seinem Wissen zu vermitteln.

Wie unser Mönch, so hatte auch Wat Ounalom unter den Roten Khmer zu leiden. Die Tempelanlage wurde geplündert und verwüstet, Statuen zerschlagen oder im Fluss versenkt.

Was die grausame Herrschaft Pol Pots und seiner Roten Khmer aber wirklich für Kambodscha und seine Bewohner bedeutete, wird an anderer Stelle mehr als deutlich. Ein Besuch der Killing Fields von Choeung Ek, etwa 15 Kilometer südlich Phnom Penhs, gibt einen eindrucksvollen Einblick in das wohl düsterste Kapitel des Landes. Doch dies ist eine andere Geschichte.